Ein Dogma pflanzt sich fort
Auf Grund diverser Veröffentlichungen in der ADAC Motorweilt, die pauschal Spritsparprodukte als nicht empfehlenswert darstellt, begannen wir einen Schriftwechsel um eine differenzierte Betrachtungsweise anzuregen.
Ein Auszug aus einem Antwortschreiben aus der Abteilung Fahrzeugtechnik (Dipl. Ing. A. Gärtner)
...Ferner möchten wir darauf hinweisen, dass Motoröle ein fein abgestimmtes System aus Grund-öl und Additivkomponenten sind, deren Wirkung im Bezug auf die Anforderungen der Motoren in aufwendigen Tests auf Prüfständen und im Labor entwickelt und sichergestellt worden sind. Die Formulierung der Motoröle liegt damit fest und darf nicht mehr verändert werden, da sonst die Zulassungen der einzelnen Automobilhersteller und die für die internationalen Spezifikationen verloren gehen.
Jeder Eingriff in die Formulierung eines Motoröls, z.B. durch die Beimischung von Zusatzmitteln, kann dazu führen, dass die fein ausgewogene Balance der chemischen Wirkstoffe aus dem Gleichgewicht gerät. Dadurch kann das Öl seine vielfältigen Aufgaben nicht mehr erfüllen, Motorschäden können die Folge sein.
Unser Komentar:
Auszug aus unserem Antwortschreiben:
...Was Sie danach, auf der 2. Seite über Unmischbarkeit erzählen ist, sorry, total falsch (auch wenn es zur Dogma der Ölfirmen nach außen gehört). Die Ölfirmen treffen alle sechs Monaten mit Lubrisol zusammen, um sicher zu gehen, dass nie ein Öl zum Verkauf angeboten wird, welches irgendwelche Probleme bei Beimischung mit einem anderen Öl aufwerfen würde. Stellen Sie sich mal vor, was es für Probleme geben würde, wenn ein Fahrer an einer Tankstelle nachfüllen müsste und hat keine Idee, was für Öl beim letzten Ölwechsel verwendet wurde - und dies wichtig wäre. (Pflanzenöle selbstverständlich ausgeschlossen.)
Fragen Sie sich einmal selbst: Was passieren könnte, wenn Sie nicht gefahrlos, passendes Öl an der Tankstelle gekauft, nachfüllen dürften, weil es zufällig nicht vom gleichen Hersteller stammt als das beim Ölwechsel verwendete. Das Öl eines Herstellers kann ja unter Umständen völlig andere Additive verwenden als das Öl eines Anderen.
Jeder verantwortungsvolle Hersteller von Additiven oder Beschichtungen wird bei der Herstellung seiner Produkte darauf achten, daß es zu allen Motor- und Getriebeölen kompatibel ist.
Interessant, wenn man nun auch andere Aussagen gegenüberstellt:
Der Castrol Marketing Manager Motoecycle Central Europa Detlef Becker in der Motorrad Zeitung auf die Frage:
Gibt es Motorrad-Öle mit Teflon oder Keramikteilen, und was ist generell davon zu halten?
Herr Becker: Im Motorradbereich ergibt dies keinen Sinn, da sämtliche Zusätze, die die Oberflächen beschichten oder auf diesen verbleiben, das Reibverhalten der Ölbadkupplung verändern. Deshalb werden für Motorräder in erster Linie chemisch wirkende Bestandteile eingesetzt, die sich nicht negativ auf das Kupplungsverhalten auswirken.
Unser Kommentar:
Interessant, dass es nach den Erkenntnissen von Herrn Becker für PKW sinnvoll erscheint - Umkehrschluss.
Schade, dass auch ein Herr Becker den Unteschied zwischen Teflon (Leicht PTFE und Schwer PTFE nicht zu kennen scheint. Jedenfalls befindert er sich da in bester Gesellschaft, denn auch nahmhafte Fachzeitungen veröffentlichen immer wieder in Verbindung mit Motorbeschichtung den Begriff Teflon, als sei ein Motor mit einer Bratpfanne zu vergleichen.
Dass die Aussage, zumindest, was die Beschichtung mit Schwer PTFE betrifft, rundherum falsch ist - rundet das Bild noch ab. Es sind Tausende von beschichteten Motorrädern in Deutschland unterwegs - ohne jegliche Probleme mit der Ölbadkupplung.
